Diagnostische Möglichkeiten bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nicht selten haben Personen mit unklaren Verdauungsbeschwerden viele Abklärungen hinter sich  um ihren Beschwerden auf den Grund zu gehen. Oft lautet die Diagnose dann „Reizdarmsyndrom“. Das ist eine Ausschlussdiagnose. Wenn keine organische Ursache gefunden wurde wird die Diagnose Reizdarm gestellt, was für die Betroffenen sehr unbefriedigend ist. Die Beschwerden sind immer noch da,  aber eine Ursache dafür wurde nicht gefunden. Damit ist die ursächliche Behandlung der Beschwerden nicht möglich.

 Warum ein bestimmtes Nahrungsmittel oder eine Nahrungsmittelgruppe nicht vertragen wird, kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Ganz offensichtlich ist es bei der toxischen Unverträglichkeit. Jeder kennt die Auswirkungen einer Lebensmittelvergiftung. Der Körper reagiert auf einen Giftstoff mit Übelkeit, Erbrechnen, Durchfall etc.Hier ist die Ursache meist gut auszumachen und zu behandeln.

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann aber auch immunologische Ursachen haben, wie z. B. bei einer Nahrungsmittelallergie oder bei Zöliakie. Der Körper reagiert auf einen bestimmten Stoff mit einer unverhältnismässigen Abwehrreaktion. Hier kann dann mit einem Bluttest rausgefunden werden gegen welche Nahrungsmittel die Allergie besteht. Genauso kann es sich um eine nicht immunologische Reaktion handeln, beispielsweise wenn Enzyme zum aufspalten der Nahrung nicht vorhanden sind oder wenn Transportenzyme fehlen. Hier spricht man dann von einer Nahrungsmittelintoleranz. Nicht selten reagiert der Körper aber auch auf Nahrungsmittelzusatzstoffe oder Medikamente.

Eine wichtige Rolle bei Verdauungsbeschwerden spielen auch der Zustand unserer Darmschleimhaut und die Darmbakterienzusammensetzung. Unser Darm hat eine Schutzschicht durch die schädliche Stoffe nicht hindurchdringen können. Wird diese Schicht undicht werden Stoffe ins Blut aufgenommen die dort nicht hingehören. Das hat eine Entzündungsreaktion zur Folge, die das Immunsystem langfristig angreift. Daraus können Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Gelenksteife, Schlafstörungen und vieles mehr resultieren.

Eine Stuhldiagnostik kann Aufschluss über die Zusammensetzung der Darmbakterien sowie den Zustand der Darmschleimhaut geben. Mit entsprechender Ernährungsumstellung und einem Darmaufbau kann dann darauf Einfluss genommen werden.

 Vor jeder Untersuchung sollte eine ausführliche Anamnese stehen. Danach kann die entsprechende Diagnostik Aufschluss über die Ursache der Beschwerden geben. Die sich dann anschliessende Therapie kann individuell je nach Befund eingeleitet werden.

 

Ernährungsumstellung, Aufbau der Darmschleimhaut und die Gabe der entsprechenden fehlenden Vitalstoffe sind in vielen Fällen die Pfeiler der Therapie, oft mit langfristigem Erfolg.